Radfahren in der Südstadt

David Hacker und Constanze Kiener untersuchen im Rahmen ihrer Masterarbeit den Radverkehr in der Südstadt. Foto: zVg

Eine Bürgerbefragung wird gestartet

Das Fahrrad ist in der Südstadt ein häufig anzutreffendes Verkehrsmittel, obwohl auf den Siedlungswegen ein generelles Fahrverbot gilt. Von der Topografie und den Entfernungen her wäre das Fahrrad das ideale Nahverkehrsmittel.

Die Südstadt mit ihren ca. 4000 Einwohnerinnen und Einwohnern weist eine schlechte Versorgung mit Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie auf – vielleicht auch, weil zu Fuß die Entfernungen zu wichtigen Zielen oft zu lang sind. Radläufig könnten alle Ziele (neu geplantes Südstadtzentrum, Bahn- und Busstationen, Schulen, Kindergärten, Freizeiteinrichtungen usw.) einfach erreicht, belebt und zusätzlich Autofahrten eingespart werden. Klar ist, dass sich die Situation für Fußgängerinnen und Fußgänger nicht verschlechtern darf. Ziel ist es, den Bewohnerinnen und Bewohnern neue Mobilitätsmöglichkeiten zu eröffnen und mit einfachen Regeln ein gutes Miteinander zu fördern.

Auf Initiative der Marktgemeinde Maria Enzersdorf wird im Herbst ein Bürgerbeteiligungsverfahren gestartet, bei dem Möglichkeiten und Voraussetzungen einer „sanften Öffnung“ der Südstadt für den Radverkehr mit den Bewohnerinnen und Bewohnern diskutiert werden. Als Vorbereitung untersucht ein Team der Wiener Universität für Bodenkultur (BOKU) in den kommenden Monaten, ob und wie ein konfliktfreies Miteinander von Radfahrenden und zu Fuß-Gehenden erreicht werden kann. Neben den technischen Möglichkeiten -werden dazu auch die -Meinungen, Wünsche und Sorgen der Bewohnerinnen und Bewohner erhoben werden.

Geleitet werden die verkehrsplanerischen Untersuchungen von Ass. Prof. Dipl.-Ing. Dr. Michael Meschik, der dabei von zwei -Studierenden unterstützt wird. Constanze Kiener und David Hacker werden in ihren Masterarbeiten am Institut für Verkehrswesen der BOKU das Thema „Radverkehr in der Südstadt“ -untersuchen und daher in Zukunft häufiger in der Südstadt anzutreffen sein, unter anderem bei Verkehrszählungen und Befragungen: In den kommenden -Wochen werden nach Zufallsprinzip ausgewählte Haushalte in der Südstadt Befragungsunterlagen mit einem Schreiben der Gemeinde erhalten. Die Fragebögen können bequem per beiliegendem Rücksendekuvert -retourniert werden.

Sollten Sie einer der Empfänger sein, nutzen Sie bitte diese Möglichkeit, Ihre Meinung als Grundlage zur Bürgerbeteiligung mitzuteilen. Mit Hilfe der Befragung sollen die Anregungen der lokalen Bevölkerung bestmöglich berücksichtigt werden. Zusätzlich werden noch Radfahrendeund Meinungsbildner zu ihrer Sicht der Mobilität in der Südstadt interviewt. Alle Befragungsergebnisse werden anonymisiert ausgewertet und zusammengefasst dargestellt werden.

In den Sommermonaten wird das Team der BOKU die bestehenden Wege eingehend untersuchen und auf ihre Eignung zur Radfahrnutzung gemäß geltender Verkehrsnormen prüfen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Kreuzungen und die Anbindung wichtiger Ziele gelegt. Die zusammengestellten Informationen werden im Herbst gemeinsam mit den Ergebnissen der Befragungen bei einer Informationsveranstaltung präsentiert werden. Eine einvernehmlich erarbeitete Lösung zum Wohle aller könnte die Lebensqualität in der Südstadt weiter steigern.

BOKU-Kontakt für Fragen und Anregungen:
E-Mail: suedstadt(at)boku.ac.at
Tel.: 0677/62229524

Statement Bürgermeister Johann Zeiner

Vor mehr als 50 Jahren bei der Gründung der Südstadt war Radfahren kein „trendiges Thema“. Man hat auf allen Wegen ein allgemeines Fahrverbot verfügt und damit das Benutzen des Fahrrads weitgehend verboten. Heute ist das Fahrrad als umweltfreundliches Nahverkehrsmittel hoch im Kurs und Bewegung ein wichtiger Beitrag zur Gesundheit. Wenn man in der Südstadt unterwegs ist, so kann man doch viele Radfahrer sehen. Eigentlich ein Widerspruch, wenn man die rechtliche Ausgangssituation bedenkt. Nach einer Ausschreibung wurde ein Team der Universität der Bodenkultur mit der Durchführung einer Untersuchung samt einem Bürgerbeteiligungsverfahren beauftragt, um die Möglichkeiten des Radfahrens in einer für alle tragbaren Form zu erheben und um eine sanfte Öffnung für diese umweltfreundliche Verkehrsform zu erreichen.

Der Bürgermeister: 
Bgm. DI Johann Zeiner